Verabschiedung Sandro Sozzi
21. Dezember 2025 – Am 11. Dezember fand die letzte Einwohnerratssitzung für Sandro Sozzi statt.
An der vergangenen Einwohnerratssitzung vom 11. Dezember wurde Sandro Sozzi verabschiedet. Nachfolgend die Laudatio, vorgetragen von Markus Zoller:
Geschätzte Anwesende
Auch für eine weitere Person ist es die letzte Einwohnerratssitzung und das Ende eines politischen Engagements. Eine Person, die in den vergangenen Jahren mehr Zeit in Schulhäusern als zu Hause verbracht hat.
Lieber Sandro
So viele Laudatios am gleichen Abend, das macht es mir nicht gerade leicht. Vor allem wenn man zwei Persönlichkeiten verabschieden muss, die sich in den letzten Jahren mit grossem Zeitaufwand für Wettingen engagiert haben.
Sandro ist bereits in jungen Jahren in die Politik eingestiegen. Das sieht man auch daran, dass er mit gerade mal 43 Jahren seinen, ich sag jetzt mal, vorläufigen, Rücktritt gibt. In einem Alter, in dem andere ihre politische Karriere gerade erst starten.
Bevor sich Sandro in der Politik engagiert hat, war er in der Jungwacht St. Sebastian aktiv. Nach der Scharleitung war er lange Zeit als J&S-Experte und Kursleiter tätig. Dabei hat er zahlreiche Jugendliche auf Ihre Zeit als Leiterinnen und Leiter in Jungwacht und Blauring ausgebildet und vorbereitet.
Sandro wurde 2009, mit 27 Jahren in den Einwohnerrat gewählt. Damals hat das Quartett infernale mit Thomas Benz, Andreas Benz, Patrick Lüscher und eben Sandro Sozzi für Furore gesorgt. Sandro ist noch der letzte aus diesem Quartett, der sich jetzt ebenfalls aus der Politik zurückzieht. 2010 bis 2017 war er Mitglied des Einwohnerrates. Er hat frischen Wind in die Fraktion gebracht und hat bei jeder Gelegenheit angepackt. Sei es bei Parteianlässen oder bei der Ausarbeitung von Vorstössen. 2017 erfolgte dann der grosse Schritt als Kandidat für den Gemeinderat. Die letzten Überzeugungsarbeiten für die Kandidatur haben wir auf der alljährlichen Lägerngratwanderung und beim anschliessenden Nachtessen in der Walhalla geleistet. Man kann daraus lernen, dass die besten Personalentscheide in der Regel nicht in formeller Umgebung gefällt werden.
Sandro war im Vorstand des Familienzentrums Karussell, Mitglied der GPK und von 2008 bis 2012 Mitglied der Jugendkommission.
In seine Zeit als Gemeinderat fiel die Umstrukturierung der Schulleitung mit der Abschaffung der Schulpflege. Das hat einen grossen Mehraufwand für ihn als Ressortleiter bedeutet. Denn wie immer bei neuen Führungsmodellen muss sich das zuerst einpendeln und etablieren. Und weil das Ressort «Bildung» ohnehin exponiert ist, denn schliesslich sind wir alle ein bisschen Lehrpersonen, machte das die Aufgabe ohne Schulpflege umso anspruchsvoller. Sandro hat sich reingekniet und auch dank seinem Engagement ist die Schule Wettingen heute gut aufgestellt. Gerne hätten wir es natürlich gesehen, wenn Sandro dereinst die Eröffnungsrede für das Oberstufenzentrum gehalten hätte. Aber ich bin mir sicher, er wird dann auch vor Ort sein.
Dass es Sandro neben seinem Gemeinderatsamt nicht langweilig wurde, zeigt sich an seinem beruflichen Engagement. 2019 hat er auf dem Hof seiner Eltern das Angebot «Tierische Abenteuer» gestartet. Wer mal versuchen will, auf einem Ross sitzend mit dem Pfeilbogen zu schiessen, der kann sich bei Sandro melden. So viel vorneweg: es ist nicht ganz einfach. Bei einem Fraktionsausflug konnten wir das eine oder andere tierische Abenteuer erleben.
2020 folgte ein weiterer beruflicher Meilenstein. Zusammen mit Thomas Benz und Andreas Benz hat er auf Grund einer öffentlichen Ausschreibung den Hofbetrieb des Kloster Fahr übernehmen können. Mit dem Konzept «Fahr Erlebnisse» haben die drei dem Klostergehöft wieder neues Leben eingehaucht. Der Besuch kann ich wärmstens empfehlen. Umso mehr, wenn im nächsten Frühling das Restaurant «Zu den zwei Raben» wieder eröffnet wird.
Letztes Jahr ist dann ein weiterer beruflicher Schritt erfolgt. Sandro konnte von seinem Onkel den Hof in Würenlos übernehmen. Das gab schlussendlich auch den Ausschlag, politisch kürzer zu treten und in diesem Jahr nicht mehr als Gemeinderat zu kandidieren. Wir haben natürlich sehr bedauert, dass Sandro nicht noch eine weitere Legislatur anhängt hat, können den Entscheid aber sehr gut nachvollziehen. Seine Familie musste in den vergangenen acht Jahren häufig hintenanstehen. Seine Frau Nicole hat ihn bei seiner Tätigkeit als Gemeinderat immer tatkräftig unterstützt. Aber sie ist sicherlich nicht unglücklich, wenn er zukünftig wieder mehr Zeit für sie und drei Kinder hat. Andrin kommt ja auch schon bald in ein Alter, in dem man ein wenig politisch vorspuren kann. Für die nächsten Einwohnerratswahlen wird’s allerdings knapp noch nicht reichen.
Bei einem Gemeinderatspensum von 30% und neu 25% ist es klar, dass man als Familienvater nebenbei noch arbeiten muss. Unser Milizsystem macht es da nicht immer einfach, Politik und Beruf unter einen Hut zu bringen. Sandro hat es aber immer geschafft, trotz seiner beruflichen Tätigkeit und der Familie, sich Zeit für ein grosses Engagement für die Gemeinde zu nehmen. Die aufgewendete Zeit ging häufig weit über das 30% -Pensum hinaus.
Neben seinen beruflichen und politischen Tätigkeiten hat er auch immer wieder Energie für neue Ideen gehabt. Mit dem Maislabyrinth hat er einen Ort für Ausflüge und Events geschaffen, der weit über Wettingen hinaus viele Familien anzieht. Und als ob das nicht schon genug wäre, hat er sein Haus umgebaut, zu einem grossen Teil in Eigenleistung. Als gelernter Bauspengler ging ihm das einfach von der Hand.
Lieber Sandro, auch du wirst heute nur hier im Rathaussaal verabschiedet. An der GV erfolgt dann die Verabschiedung im Rahmen der Partei. Auch dich werden wir dann aber auch nicht aus dem Parteialltag entlassen. Du wirst immer ein willkommener Gast an unseren Anlässen sein. Und mit 43 Jahren bist du ja noch jung. Wenn dann die Kinder mal draussen sind, in 10 bis 12 Jahren, schauen wir dann weiter.
Vielen Dank für dein Engagement für Wettingen insbesondere für alle Wettinger Schülerinnen und Schüler!
Damit du in deiner landwirtschaftlichen und tierischen Tätigkeit immer wieder an deine politische Zeit erinnert wirst, haben wir auch für dich eine kleine Erinnerung. Die Mistgabel in einer wunderbaren Farbe soll dich im Stall an deine politische Tätigkeit erinnern. Sie ist sicherlich unübersehbar. Den fehlenden Zinken werden wir dann ergänzen, wenn du mal als Gemeindeammann gewählt werden solltest. Und falls nicht, musst du dich bei der Arbeit halt ein bisschen mehr anstrengen, du hast ja jetzt Zeit dazu. Und ausserdem hast du es uns beim Pfeilbogenschiessen auch nicht einfach gemacht.
Lieber Sandro, Vielen herzlichen Dank für dein grosses Engagement!
Wie in der Laudatio erwähnt, erfolgt die Verabschiedung im Rahmen der Partei an der Generalversammlung vom 27. Februar 2026.
